Auch Marco musste durch seine Prüfungsvorbereitung für die Augen-
optikerausbildung etwas kürzer treten und suchte eine Renngelegen-
heit in der Nähe. So führte er das hellblaue Trikot bei unsern tschech-
ischen Nachbarn im Kurort Karlsbad aus. Doch Urlaubsstimmung wollte
nicht so recht aufkommen. So testete Marco schon 90 Minuten vor
dem prophezeiten Start seinen Maximalpuls, als man ihm an der
Anmeldung erklärte, dass es in genau 10 Minuten los geht. Doch
auch hier sind die Landsmänner kompromissbereit und es blieb
wenigsten Zeit sich in die Kluft zu werfen. Nachdem er sich dank
einiger tschechischer Fahrern durch die Sprachbarrieren durchge-
kämpft hatte, stand einem abenteuerlichen Rennen nichts im Wege.
"Man kommt sich total verloren vor, wenn man einfach nicht versteht,
was die Leute sagen", kommentierte Marco den Wettkampf. So
machte sich die Taktik bezahlt, mit offenen Augen im Feld zu fahren,
denn eine Möglichkeit, die technisch anspruchsvolle Runde abzu-
fahren, gab es durch den Zeitsprung nicht. Laut Auskunft standen
der Zieleinfahrt drei große und sowie drei kleine Runden im Weg.
Durch das harte Vorbereitungstraining auf das kommende Bundes-
ligawochenende wollten die neuen Laufräder (Ein Dankeschön an
die Firma Tune und Alex Weishaupt) auf tschechischem Boden
anfangs nicht richtig in Fahrt kommen. Doch als nach der ersten
Runde die Milch ihre Rotationsgeschwindigkeit erreicht hatte, konnte
nur noch Vojta aus dem lokalen Meridateam die Trikotwerbung aus
der Nähe erkennen. Auch durch Tempowechsel, Bremsfehler und
unverantwortlich schnelles Abfahrtstempo war das grenzübergreifende
Duo nicht zu trennen. Nach 3 Runden, vielen Höhenmetern und 70
Rennminuten auf der Uhr, beendeten die beiden die dritte große
Schleife um schnell noch die kleinen Runden abzuspulen.
Gequält mit dem Gedanken über den geeigneten Ort, um aus
dem Führungsduo ein Soloritt zu machen, überquerte Marco als
erster die Ziellinie. " Ich wollte gerade nach Luft schnappen, um neu
durchzustarten, da wurde mir auf mindestens zwei Sprachen zu
verstehen gegeben, dass ich endlich anhalten und mich als Gewinner
ablichten lassen sollte. Das war mir mehr als recht, denn so konnte
ich meine letzten Körner für Saalhausen aufheben und musste den
Lokalmatador nicht herausfordern. Schließlich konnte ich mich mit
gutem Gewissen auf das mittlere Treppchen stellen und zusammen
mit meinen Mitstreitern die Böhmischen Backwaren
genießen", so unser Dresdner Rennpferd.
Michael Forster war derweil eher in der Heimat unterwegs, beim XC
im niederbayrischen Abendsberg (Obi-Cuo) war er nicht zu halten und
er siegte souverän in der Juniorenklasse. "es war ein recht einfaches
Rennen für mich, technisch wie von der Besetzung her - aber sowas
ist ja auch mal schön. Außerdem startete ich mit der Elite zusammen,
so war es dann schon interessant."
Am Sonntag ging es dann für ihn gleich weiter nach Schönsee zum
OTV-Cup, ein Uphill mit 4,5 Km und 300 Hm - Laktat Hallo! U17,
Michas U19 und die Elite gingen gemeinsam an den Start, und Micha
ging gleich mal vorn raus. Kurz vor dem Ziel attackierten dann seine
drei Mitstreiter der Führungsgruppe dann aber doch zu unbarmherzig,
Michael konnte das hinterrad der Elitefahrer aber noch halten, dran
vorbei ging es aber nicht mehr.
Alles in allem waren die zwei Rennen für ihn sicher eine gute
Vorbereitung auf die nächste Woche, wo die XC-Bundesliga in Saalhausen Halt macht. Dort wird es in allen Klassen wieder richtig
rund gehen mit internationalen Spitzenfahrern aus dem World-Cup-
Zirkus. Marco Schätzing und Christian Eckart werden dort, sie beim
Elite-Rennen, übrigens auch am Start sein.