Image
Image

Zwillingscraft ist Transalp Sieger!

 


In den Jahren 2009/2008/2007/2006/2005/2000/2001
standen die Racer des Teams auf dem Transalp-Podium.
Sandra Klose ergatterte 3 Siege und einen zweiten Rang, Peggy Klose zwei Siege und einen zweiten Plätze bei dem härtesten Rennen des Mountainbike Sports...


2009
gab es Stress dem Team blieb aus unglaublichem Grund der Podiumsplatz verwehrt.
Die Hellblauen erwiesen sich als Kämpfer und punkteten mit Etappen-Erfolgen und der zweitschnellsten Zeit. Die Twins standen schon drei mal gemeinsam auf dem Podium und mit der Transalp begann auch die Zwillingscraft Story...

 

 

 

25. August 2007

Die Sicht des Teams hinter den Racern

 

Berichte der Transalpchallenge gibt es viele, von Teilnehmern aus dem Spitzenfeld bis hin zum Hobbybiker, der immer grade vor dem Zeitlimit in Ziel „sprintet“. Dieser ist etwas anders, da er nicht von einem aktiven Fahrer stammt, sondern von mir, Felix Neumann, Mechaniker und Betreuer im Team Zwillingscraft. Den Verlauf und die Ergebnisse der einzelnen Etappen will ich hier nicht noch einmal wiederholen, denn den kennt Ihr ja bestimmt schon. Vielmehr will ich den Rennalltag des Tages X aus meiner Sicht berichten, der zwar jedes Mal sehr Unterschiedlich, aber auch immer wieder recht ähnlich ist.  Tag X startet mit dem Klingeln des Weckers um 6:30 Uhr das einen regelmässig aus dem Tiefschlaf reisst. Erstmal den Physiozimmerkollegen Matthias aufstehen und ins Bad gehen lassen, da kann ich mich noch mal umdrehen und die letzten ruhigen Minuten des Tages genießen; kaum umgedreht ist Matthias jedoch schon zum Frühstücksraum unterwegs. Kontaktlinsen in die verschlafenen Augen und hinterher, ich bin wie immer der Letzte am Frühstück. Die „Hasen“ des Teams verbreiten wie gewohnt gute Laune, die eher an eine Bierzeltrunde zu fortgeschrittener Stunde erinnert, während sich Peggy auf der Suche nach Nutella mit leiser und schüchterner Stimme an die Nachbarn wendet: „Kann man mir Helfen?“. Sandra löffelt eifrig Reisbrei bei einem Puls von 90, Peggy knabbert lustlos an einer Semmel bei 42 Schlägen. 7:15 Uhr, Frühstück beendet und schon bricht Hektik aus. Trinkflaschen und Verpflegungsbeutel herrichten, mit dem Physio die Verpflegungspunkte durchsprechen, die Gemsen (Bikes) vom Bett losschießen und am Portier vorbei nach draußen schmuggeln, Luftdruck kontrollieren, Gepäck in den viel zu überfüllten Subaru einladen. 8:10 Uhr, Peggy kommt nach 5 min Warmfahren wieder zum Hotelparkplatz mit den Worten: „Irgendetwas ist ganz komisch“. Ich merke wie der erste Tropfen Angstschweiß meine Stirn hintunterkullert. Nach einer kurzen Probefahrt beim Schalten unter heftigster Belastung merke ich auch, dass etwas nicht stimmt. Noch mal schnell die Kassette wechseln und und schon hat der Tropfen auf meiner Stirn Freunde bekommen. Hase Alex fragt in die Hektik zwischen rein, ob ich an seinem „Ersatzteiljoe“ mal eben schnell das Innenlager wechsele und hinten eine neue Nabe einspeichen könnte. Nach nochmals kurzer Probefahrt merke ich, dass es immer noch nicht ganz optimal ist. Ich übergebe die Gemse mit schlechtem Gefühl Peggy und hoffe, dass es nicht zum Supergau kommt. 8:30 Uhr-,: ich mache mich mit dem Physio auf den Weg zu unserem Stammplatz am Start, direkt neben dem Startbogen. Die Sonne brennt, nicht nur mir steht die Anspannung ins Gesicht geschrieben. 8:50 Uhr,-: meine Mädels rollen im rosa Führungstrikot in die erste Reihe zur Startaufstellung. Noch ein wenig Lächeln für die Kameras der Photografen und Fernsehteams, Trinkflaschen- Wechsel und beruhigende Worte vor dem Start. 8:59 Uhr, wie immer der „Highway to hell“ in voller Lautstärke, ich stehe mit der Kamera bereit und halte pünktlich um 9 Uhr den Auslöser gedrückt. 9:01 Uhr,-: ich eile zum Subaru und fahre nach kurzem Blick auf die Karte los zum zweiten Verpflegungspunkt. Auf „meiner Etappe“ stehen wieder viele Pässe auf kleinen, engen Bergstraßen und große Umwege, um zum Verpflegungspunkt zu gelangen. Die Zeit ist knapp und so fliege ich mit quietschenden Reifen die Pässe hoch und stinkenden Bremsen wieder hinunter, überhole ein Auto nach dem anderen, um auch ja pünktlich zu sein. Das Handy klingelt und Physio Matthias meldet: „Felix, die Mädels sind bei mir grad durch. Erstens, die Bikes sind OK, zweitens, sie liegen auf Platz Zwei“. Leicht übel von meiner eigenen Fahrweise steige ich aus und richte das Werkzeug, das Ersatzbike und die Verpflegung her. Kurz darauf rauscht schon das Führungsmotorrad durch, kurz dahinter die führenden Männer. Unter starkem Applaus und lautem Anfeuern von mir werde ich von ihnen schon wie ein alter Bekannter begrüßt. Einige weitere Fahrer kommen in kurzen Abständen, dann immer wieder die gleichen zurufe aus dem Fahrerfeld: „Deine Mädels kommen gleich!“. Ich stelle mich mit den Beuteln in Position und sehe die Rosa Trikots: „S A N D R A, P E G G Y!!!“ Vorne keucht Sandra „Peggy fährt heut nicht“, ich renne neben ihr her und reiche eine neue Flasche und stopfe ihr Gel und Riegel hinten ins Trikot. Einige Meter hinter ihr kommt Peggy und klagt weinend und kaum verständlich: „Ich kann nicht schneller, Sandra ist so gemein zu mir“. Ich tausche ihre Flasche, stopfe die restlichen Riegel und Gels in ihr Trikot und versuche sie augenzwinkernd zu motivieren: „Peggy, streng dich doch EIN MAL an!“. Noch ein bisschen anfeuern, wieder zum Subaru zurück und ich fliege ins Ziel. Gerade rechtzeitig bin ich in Position, um im Ziel Photos zu schießen. Etappe geschafft, gute Zeit, Vorsprung ausgebaut und – die Anspannung lässt endlich nach. Nachdem ich im Straßengewirr das Hotel gefunden habe bleibt kurz Zeit zum Ausruhen und ich falle wie tot ins Bett. Kurz darauf stehe ich am Montageständer vorm Hoteleingang und zerlege die Bikes in alle Einzelteile. Die anderen Teamfahrer von Zwillingscraft trudeln nach und nach ein, sitzen um mich herum und fragen, ob es wirklich nötig ist, dieses und jenes Teil zu tauschen; ungläubiges Kopfschütteln sind oft die Reaktionen. Mindestens 2 Stunden widme ich den zwei Gämsen, noch mal eine Stunde für die anderen 6 Bikes zum check. Mäntel tauschen, neue Ketten, Kettenblätter, Züge wechseln, Bremsen justieren, Schaltungen einstellen… 19:00 Uhr,-: ich packe ein und verteile die Bikes auf den Zimmern. Schnell duschen und ab zur Pastaparty und Siegerehrung, wieder mal auf dem Treppchen und das rosa Trikot verteidigt. Andere Teamfahrer bringen mir ein Bier nach dem anderen, um sich für meine Mechanikertätigkeiten an ihren Bikes zu revanchieren. Durch die Bilder und das Video des Tages bekomme ich ein wenig von der Strecke und der landschaftlichen Schönheit mit und ertappe mich bei dem Gedanken, auch mal selbst mitfahren zu wollen. Dies ausgesprochen wird jedoch sofort mit der Begründung abgelehnt: „Du bist doch UNSER Mechaniker! Der beste Mechaniker der Welt“. Ich halte mich noch ein wenig am Bier fest und falle um 23:00 Uhr totmüde ins Bett. Mal schauen, was der nächste Tag bringt, denn: Spannend wird es bestimmt!