Physische undpsychische Grenzgänge, warum tut man sich das an? Als Antwort bekommt man gut1000 Lächeln in Riva del Garda, dem heiß ersehnten Zielort. Um bis hierdurchzukommen, egal ob vorne bei der Elite mit ständigem maximalen „Zug auf derKette“ oder hinten im Feld, kurz vor dem Schlussmotorrad und im Kampf umKarrenzzeiten, braucht es etwas, was im heutigen manchmal flauen Alltagsdaseineinzuschlafen droht, aber aus uns heraus leben will. Unbedingte Leidenschaft,Einsatz, menschliche Größe im Umgang mit Natur, anderen Menschen und einemselbst. Die diesjährige Ausgabe des berühmt-berüchtigtenMountainbike-Etappenrennen forderte viel davon. Schon allein „auf dem Papier“: achtTage mit 660 Kilometern und fast 22000 Höhenmetern, auf schweren Trails, ineinem hochkarätigen Starterfeld. Die äußeren Bedingungen taten ihr Übriges: Regen,Hagel und Schneewind an den hohen Pässen, dann brütende Hitze in Italien. Stimmenaus dem Profi-Lager merken sogar an, dass die Transalp mindestens so schwer seiwie der Giro d´Ítalia, „hier gibt es keine Pause und kein Rollen, ich leidemehr als damals“. Mitten drin beidiesem großen Abenteuer wieder der hellblaue Zwillingscraft-Rennstall, der nochdazu allein quantitativ so präsent war wie keiner sonst. Auf der Elite-Schieneschickte die Teamleitung Sandra und Peggy Klose fünf Teams ins Rennen, so vielewie keine andere Mannschaft. Dazu kamen noch einmal mehrFriendsFans-Teams, die den „hellblauen Virus“ über die Streckeverbreiteten. Auch das ist ein Grundsatz bei Zwillingscraft: Hochleistungssportreicht Breitensport die Hand, „wir wollen auch etwas geben, unseren Spirit undden des Bikens verbreiten“. Qualitativ warendie Hellblauen ebenfalls präsent. Als Flagschiff und größte Hoffnung natürlichdie Twins Sandra und Peggy, die den dritten Sieg anpeilten. Und tatsächlichrealisierten sie einen sehr guter Start, sie konnten sich auf den erstenEtappen in dem äußerst stark besetzen Feld der Damenkonkurrenz behaupten,fuhren hinter den Top-Profis Pia Sunstedt (3. der Marathon-WM,Weltcup-Gesamtsiegerin) und Alison Sydor (Ex-Weltmeisterin) auf Platz 2, vorden Ausnahmeathletinnen und Trans-Germany-Gewinnerinnen aus Norwegen, denNoorgard-Schwestern, und vor den Weltcup-Top5-Fahrerinnen Katrin Schwing undFabienne Heinzmann.Die Aussicht derTwins, nach den Erfolgen der letzten Jahre einen neuen Coup zu landen,zerschlugen sich erst auf der 6. Etappe. Sandra Klosewar schon vor dem Start des Rennens total ko. Auf der Königsetappe von Livignonach Naturns hatte die äusserst erfahrene Rennfahrerin sich zu sehrausgepowert.Grund war eineunbemerkt schleifende Bremse. Durch eine heftige Belastung hatte sich dasHinterrad verzogen. Bei all dem Dreck und Schlamm übertönte diequietschende Kette das Schleifen derHinterradbremse. Erst nach dem Ziel bemerkten wir, dass Sandra wohl nicht ohneGrund größte Mühe hatte, den Windschatten von Peggy zu halten - 120 Kilometer, als würde sie miteinem Anhänger fahren. "Viel lieber wäreuns da eine gerissene Kette oder ein defekter Reifen gewesen“. Das warjedenfalls zu viel, der Körper konnte dann am nächsten Tag auf dem langenAnstieg zur Naturnser Alm einfach nicht mehr und kollabierte völlig. Mit Tränen in den Augen ging es nicht mehr. Schade, bitter, traurig –ein Treppchenplatz war schon sicher. Es zeigt sich, dass der Körper einfachkeine Maschine ist, und gerade bei solchen Aussnahmebelastungen, wie dieTransalp eine darstellt, auch einmal nicht funktionieren kann. „Man muss das imLeistungssport eben manchmal akzeptieren, das gehört leider dazu.“ Wenn mansich zu naiv völlig zerstört, entstehen solche Dramen wie vor kurzem beimZugspitz-Lauf, man tötet alle Vernunft und manövriert sich in Situationen, dienicht mehr zu kontrollieren sind. Nichts ist das wert. Peggy fuhr das Rennennun außerhalb der Wertung alleine zu Ende, und zeigte sich und allen anderen,dass sie ganz vorne bei der Elite ihren Platz hat. Trotzdem: DasHauptziel des Team Zwillingscraft, der Traum vom Hattrick, war also ausgefallen– doch tragen nun ja mehrere Schultern den hellblauen Spirit! Sandra und PeggyKlose haben in den letzten Jahren ein breites und schlagkräftiges, jungesRennteam zusammengewürfelt, dem es in manchen Fällen vielleicht noch an dernötigen Erfahrung für ganz vorne mangelt, das aber die hellblauen Trikotsverdammt schnell und sicher über die Alpen brachte. Es entwickelte sich einregelrechtes „Jetzt-erst-recht“ und „Wir-für-euch“. Das Mixed-Team Cladia Tillund Franz Trattler war noch steil auf Podiums-Kurs, musste aber leider dannzurückschrauben aufgrund Claudias schmerzhafter Schulterverletzung, die siesich bei nach einem unglücklichen Beinahe-Zusammenprall mit einer Pferdeherdezugezogen hatte. Bei der letzten schweren, nicht enden wollenden Trail-AbfahrtRichtung Gardasee konnte sie wirklich den Lenker nicht mehr halten, kämpftesich aber tapfer ins Ziel; Rang 5 am Ende – Gratulation! Des einen Leid,des andern Freud: In dieser letzten Höllen-Abfahrt attackierte dasHerren-Elite-Team II, Florian Thaller und Christian Eckart, noch einmal richtigund schoben sich in der Gesamtwertung auf den sehr guten 15. Rang. Gerade auchbei den Herren war das Niveau unglaublich hoch, es wimmelte von Profis und ganzbekannten Gesichtern des Marathon-Zirkus. Die beiden Newcomer können hochzufrieden sein, und ihr Potenzial lässt froh nach vorne blicken – FlorianThaller ist mit seinen 20 Jahren im Übrigen der Jüngste unter den Top20. DasHerren-Team I, Marco Schätzing und Michael Schuchardt, landete insgesamt aufPlatz 13. Etwas enttäuschend für die zwei, da hätte mehr drin sein sollen undkönnen – doch fuhren sie leider mit dem Defekt-Teufel im Gepäck: Bestimmt zehnPlatten und zwei Kettenrisse rissen sie immer wieder aus der Spitzengruppe. Team-MeachanikerFelix Neumann bekam einige graue Haare wegen ihnen, doch an ihm lag es aufkeinen Fall, er machte einen super Job, genauso wie der Rest des „bestenBetreuerteams der Welt“: Andrea Huber, Jonas Trojer und Hias Gschwedntner. Alldiese haben maßgeblichen Anteil an der Leistung der Rennfahrer, sind wichtigfür Körper, Seele und Material. Auch die Edelhelfer Peter Reiche und Stefan Gorscak haben viel gearbeitet. Die beiden würden wohl auch in Reichweite derEliteteams zu finden sein, wenn sie sich nicht als Helfer für die Twinszur Verfügung gestellt hätten. DerSaisonhöhepunkt ist nun vorbei, doch das Team Zwillingscraft wird sich aufkeinen Fall ruhig verhalten. Einige hochklassige Marathonveranstaltungen stehenim August und September noch auf dem Programm, dazu für die Lizenz-Elite-Fahrerdie Jagd nach Bundesliga- und Weltcuppunkten im Cross Country. Und natürlichschon die Fernsicht auf das nächste Jahr, wie bei Zwillingscraft immer: miteinem lächelnden Blick. Zwillingscraft News und Infos Team Zwillingscraft startet für unseren Titelsponsor Craft bei der Transalp 2007 Zwillingscraft Mountainbike Team Deutschland, start Transalpchallenge Jeantex Transalp Challenge News 1 News /Transgermany Zwillingscraftund die Transalp-Challange 2008 von Füssen zum Gardasee – „The toughestMountainbike race across the alps“: Hattrick misslingt, zu lachen gab estrotzdem genug. Transalp Hattrick misslingt